hard2hear

Hey du,

ich finde, dass die schwersten Dinge im Leben oft genau dann passieren, wenn man sie am wenigsten erwartet. Sie kommen einfach, ohne Vorwarnung, ohne dass man sich darauf vorbereiten kann. Und es fühlt sich oft so an, als würden sie einen einfach umhauen, überrumpeln – ganz ohne Rücksicht.

Das kann unglaublich wehtun und unglaublich überfordernd sein. Denn in diesen Momenten hat man häufig das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Man hat das Gefühl, dass nichts mehr so läuft, wie man es sich gewünscht oder vorgestellt hat.

Wir alle haben Erwartungen an unser Leben, auch wenn wir versuchen, das zu vermeiden. Es gibt so viele Dinge, die wir als selbstverständlich ansehen. Teile unseres Lebens, die wir uns nicht wegdenken können. Eigenschaften an uns selbst, die uns definieren. Menschen und Umfelder, zu denen wir uns zugehörig fühlen. Und oft erwarten wir, ganz unbewusst, dass all das für immer so bleibt.

Meist werden wir uns dieser Erwartungen erst bewusst, wenn sich etwas verändert hat. Erst wenn wir etwas verlieren, merken wir, wie sehr wir uns daran gewöhnt haben. Und genau dann tut es am meisten weh.

Und das darf es auch. Wenn sich ein fundamentaler Teil unseres Lebens verändert – ein Teil, der uns ausmacht –, dann verlieren wir dabei auch immer ein Stück von uns selbst. Und genau das ist es, was so schmerzt.

Aber darf ich dir etwas sagen?

Wenn du etwas verlierst, entsteht gleichzeitig auch Platz für etwas Neues. Du bekommst die Möglichkeit, dich neu zu definieren und dein Leben neu zu gestalten. Verlust bedeutet immer Veränderung – ob wir das wollen oder nicht.

Natürlich tut ein Verlust weh. Und das darf er auch. Du darfst jedes Gefühl zulassen, das gerade da ist. Aber auch wenn es sich im Moment alles andere als gut anfühlt, darfst du dir erlauben, irgendwann auch wieder das Gute zu sehen. Selbst wenn die schweren Gefühle überwiegen und es weh tut – jede Situation hat mehr als nur eine Seite.

Veränderung hat immer zwei Seiten. Auf der einen Seite verlierst du etwas. Einen Teil deines Lebens. Einen Teil von dir. Auf der anderen Seite entsteht Raum. Raum für etwas Neues. Für etwas, von dem du noch nicht weißt, was es sein wird. Für etwas, das du selbst gestalten kannst. Für etwas, von dem du heute noch nicht ahnst, wie gut es werden kann.

Ja, das Leben kann manchmal rücksichtslos und hoffnungslos wirken. Aber genauso wie diese Phasen zum Leben gehören, gehören auch die Zeiten dazu, in denen es dir gut geht. Zeiten, in denen du genießen kannst. Zeiten, die dich einfach glücklich machen. Beides gehört zum Leben. Und beides ist wichtig.

Auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt – es wird leichter werden. Du wirst daraus lernen. Du wirst dich verändern und weiterentwickeln. Und wer weiß: Vielleicht wirst du irgendwann auf genau diesen Moment zurückblicken und dankbar sein. Dankbar dafür, dass du etwas verloren hast, damit Platz für etwas Neues entstehen konnte.

Auch wenn es gerade schwer ist: Halt an dieser Hoffnung fest.

Egal, was du gerade durchmachst – du kannst das schaffen.

Ich glaube an dich.

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