Hey du,
weißt du, im Alltag kann es schon mal vorkommen, dass man die eigenen Bedürfnisse hintenanstellt. Dass man über die eigenen Grenzen geht und das dann auch Konsequenzen hat. Wenn das mal passiert, ist alles gut. Wird es jedoch zur Routine, kann das ziemlich schlecht ausgehen.
Ich glaube, um zu vermeiden, dass man sich selbst vernachlässigt, muss man ein Gefühl für den eigenen Körper entwickeln. Und nicht nur das: Man muss auch ein wenig reflektiert sein. Denn oft signalisiert uns unser Körper, wenn etwas zu viel für uns ist. Aber gerade wenn wir viel zu tun haben, neigen wir dazu, das zu ignorieren.
Wenn ich sage, dass man mehr auf den eigenen Körper hören sollte, meine ich nicht, dass man nur noch die Dinge tun soll, auf die man Lust hat. Das würde höchstwahrscheinlich damit enden, dass wir den ganzen Tag im Bett liegen und unsere Zeit nur mit Essen und Schlafen verbringen – im schlimmsten Fall. Ich meine vielmehr, dass man lernt einzuschätzen, was man gerade braucht, um das erledigen zu können, was man sich vorgenommen hat.
An manchen Tagen sind wir total motiviert und voller Energie, an anderen fühlen wir uns schlapp und würden am liebsten den ganzen Tag schlafen. Und trotzdem müssen wir an beiden Tagen in die Schule, zur Arbeit oder sonst irgendwohin.
Was ich damit sagen möchte, ist, dass du jeden Tag andere Voraussetzungen und Bedürfnisse hast. Und dass diese zumindest teilweise erfüllt werden sollten. Tun wir das nicht, brechen wir irgendwann zusammen. Genau deshalb ist es so wichtig, sich zunächst bewusst zu machen, was man eigentlich braucht, um zu funktionieren. Und das kann bei jedem anders aussehen und sich auch von Tag zu Tag ändern.
Wenn du möglichst effizient arbeiten und deine Ziele erreichen willst, musst du zwangsläufig dafür sorgen, dass diese Bedürfnisse erfüllt werden. Nicht, damit du dich darauf ausruhen kannst, sondern damit du genug Energie hast, um das umzusetzen, was du dir vornimmst. Damit du nachhaltig an deinen Zielen arbeiten kannst, ohne dich zu überfordern. Damit du Spaß am Leben und im besten Fall auch an der Arbeit hast. Und glaub mir: Damit machst du dir das Leben deutlich einfacher.
Vielleicht fragt sich jetzt der ein oder andere, wie man überhaupt lernen kann, auf den eigenen Körper zu hören. Und eigentlich ist es absurd einfach, dafür, dass so viele Menschen es vernachlässigen. Oft braucht es nur einen kurzen Moment, in dem du in dich hineinfühlst und dich fragst, was du gerade brauchst. Und das Einzige, was du dann noch tun solltest, ist darauf zu hören.
Wenn dir dein Körper sagt, du brauchst eine Pause, dann mach eine Pause. Wenn dein Körper dir sagt, dass du Hunger hast, dann iss etwas. Wenn dein Körper dir sagt, dass du frische Luft brauchst, dann geh an die frische Luft.
Mir ist bewusst, dass man sich nicht alle Bedürfnisse sofort erfüllen kann. Und darum geht es auch gar nicht. Es geht zunächst darum, diese Bedürfnisse wahrzunehmen und sich irgendwann bewusst Zeit dafür zu nehmen – auch wenn es nicht sofort möglich ist.
Wichtig ist außerdem, dass das Ganze auch in die andere Richtung funktioniert. Damit meine ich, dass man glaubt, ein bestimmtes Bedürfnis zu haben, das eigentlich gar nicht da ist. Wir alle kennen das: Wir haben keine Lust auf etwas und prokrastinieren ewig, obwohl wir eigentlich problemlos in der Lage wären, das zu erledigen, was ansteht. Auch in solchen Momenten sollte man in sich hineinfühlen und sich fragen, wozu man gerade wirklich in der Lage ist. Ob man tatsächlich noch eine vierte Portion braucht oder ob es wirklich sinnvoll ist, schon wieder zum Handy zu greifen, obwohl man gerade erst eine Pause gemacht hat.
Auf seinen Körper zu hören funktioniert also in beide Richtungen: in die, dass man etwas braucht, aber auch in die, dass man etwas eben nicht braucht. Um beides wahrzunehmen, braucht es etwas Ruhe und Feingefühl. Aber wenn du mehr davon in dein Leben integrieren möchtest, bist du nur eine Entscheidung davon entfernt.
Du schaffst das, ich glaube an dich.