hard2hear

Hey du,

jeder von uns hat Dinge, die uns nervös machen. Wir haben alle Respekt vor bestimmten Situationen. Und das ist total menschlich. Egal, was dir Sorgen bereitet – es ist nie ein schönes Gefühl.

Für manche ist es eine bevorstehende Prüfung, für andere ein Vorstellungsgespräch, und wieder andere haben Angst vor Dingen, die für andere alltäglich sind. Ein Besuch beim Bäcker oder eine ganz normal scheinende Konversation können bei manchen unfassbar viel Nervosität auslösen.

Zuerst möchte ich, dass du verstehst, dass du damit nicht allein bist. Jeder Mensch ist mal nervös, vor den unterschiedlichsten Dingen. Und es ist weder komisch noch unberechtigt, dass du Angst hast, sondern völlig natürlich. Wenn du nervös bist, bedeutet das nichts anderes, als dass du Respekt vor einer bevorstehenden Aktivität hast. Und das ist vollkommen normal.

Wenn man es aus einer anderen Perspektive betrachtet, ist Respekt etwas Gutes. Denn Respekt vor einer Aufgabe bedeutet, dass du dich selbst herausforderst. Und genau durch diese Herausforderungen wächst du. Auch wenn du gerade Angst hast, heißt das nicht, dass du es nicht schaffen kannst. Nur weil etwas herausfordernd ist, heißt das nicht, dass du nicht in der Lage bist, es zu überwinden.

Du fragst dich jetzt wahrscheinlich, wie du lernen kannst, mit diesem Gefühl umzugehen.

Ich weiß, dass du dich gerade vielleicht total aufgewühlt fühlst. Du bist sehr eingenommen von dieser Nervosität. Aber ich möchte dich daran erinnern, dass Nervosität ein Gefühl ist. Du musst dich nicht immer damit identifizieren. Das klingt vielleicht erst einmal verwirrend. Aber du bist nicht nervös, sondern du fühlst dich nervös. Du bist nicht ängstlich, sondern du hast Angst. Du bist nicht das Gefühl selbst.

Wenn wir etwas fühlen, kann es schnell passieren, dass wir uns davon völlig einnehmen lassen und uns nur noch darauf konzentrieren. Doch manchmal müssen wir einen Schritt zurückgehen. Ja, dieses Gefühl ist vielleicht gerade stark und präsent, aber du bist nicht dieses Gefühl. Du bist immer noch du selbst. Du kannst weiterhin all die Dinge, die du sonst auch kannst. Du kannst klar denken, reflektieren und du hast einen Verstand. Du bist unglaublich schlau. Und das dürfen wir nicht vergessen, auch wenn wir gerade von einem negativen Gefühl eingenommen sind.

Ich weiß, dass deine Nervosität oder Angst nicht verschwindet, nur weil ich dir sage, dass du dich beruhigen sollst. Aber du hast Einfluss darauf, wie sehr du dich von einem Gefühl beeinflussen lässt. Du kannst kontrollieren, ob du einen Schritt zurücktrittst und erst einmal tief durchatmest. Du kannst entscheiden, ob du dir selbst gut zusprichst und dich motivierst. Du kannst dich aufheitern und an dich glauben – oder zumindest so tun.

Ja, Nervosität ist unangenehm, aber sie geht vorbei. Spätestens dann, wenn du die Prüfung, das Vorstellungsgespräch oder was auch immer hinter dir hast. Und glaub mir: Dann wirst du dich wundern, warum du überhaupt nervös warst. Denn in unserem Kopf stellen wir uns Dinge oft viel schlimmer vor, als sie tatsächlich sind. Das liegt daran, dass wir viele der Dinge, die uns nervös machen, noch zu selten oder vielleicht noch nie erlebt haben. Deshalb können wir sie uns schwer vorstellen. Und auch das sollten wir im Hinterkopf behalten: Nicht jede Vorstellung und nicht jeder Gedanke ist ein Fakt.

Wenn du oft mit Nervosität zu kämpfen hast, wird sich das nicht von heute auf morgen ändern – und auch nicht nur dadurch, dass du diesen Text liest. Veränderung braucht Zeit und Konstanz. Wenn du dich dazu entscheidest, deine Nervosität nicht als Teil deiner Identität zu sehen, wirst du nach und nach Selbstvertrauen aufbauen und lernen, dich selbst zu beruhigen.

Egal, was auf dich zukommt und weshalb du nervös bist: Du kannst das schaffen. Am Ende des Tages dreht sich die Welt weiter, auch wenn du eine Prüfung nicht bestehst oder einen Job nicht bekommst. Denn ich glaube, dass die Dinge, die für dich bestimmt sind, immer zur richtigen Zeit zu dir kommen.

Du schaffst das. Ich glaube an dich.

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