hard2hear

Hey du,

ich glaube, dass der Begriff FOMO inzwischen ganz schön die Runde gemacht hat. Aber nicht nur das: Auch das Problem, das sich hinter dem Wort versteckt, ist ein sehr präsentes – vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Das Gefühl, nichts verpassen zu dürfen, kann in ganz unterschiedlichen Situationen auftreten. Egal, ob man Angst hat, eine Vorlesung oder den Unterricht in der Schule oder Uni zu verpassen, ob man bei jeder Party anwesend sein möchte oder ob man jedes neue Restaurant ausprobieren will, einfach um zu wissen, wie es ist. Ich glaube, dass das Grundproblem dasselbe ist.

Und wenn man mal darüber nachdenkt, ist es gar nicht so einfach in Worte zu fassen, was das Problem eigentlich ist und woher es kommt. Denn es steckt meistens viel mehr hinter der Angst, etwas zu verpassen. Woher diese Angst kommt und warum man sie hat, kann bei jedem unterschiedlich sein. Die einen haben Angst, ausgeschlossen zu werden. Die anderen haben Angst, im Leben hinterher zu sein und wollen alles mitnehmen, was irgendwie geht. Wieder andere fragen sich ständig, was wäre, wenn sie ausgerechnet an diesem einen Tag eine ganz besondere Erfahrung machen.

Aber ich glaube, was bei jedem ein bisschen dahintersteckt, ist der Wunsch, seine Zeit sinnvoll zu nutzen und auszukosten. Man will leben – und zwar so intensiv wie möglich. Und das ist grundsätzlich gut. Es ist richtig, sein Leben voll und ganz zu genießen und wirklich zu leben. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass man unter dem Druck, nichts zu verpassen, auch sehr schnell zusammenbrechen kann.

Wenn man sich konstant darauf konzentriert, so viel wie möglich zu erleben, und sich immer wieder fragt, was wäre, wenn man etwas verpasst, dann können Dinge wie die eigene Gesundheit, die eigenen Bedürfnisse und auch die eigene Zufriedenheit sehr schnell in den Hintergrund rücken.

Ich werde dir deine Angst davor, etwas zu verpassen, nicht durch einen einfachen Text nehmen können. Aber ich kann dir ein paar Dinge sagen, die dir vielleicht helfen können, genau diese Angst zu überwinden.

Und ich glaube, der größte Aspekt ist, zu verstehen, dass man niemals alles erleben kann. Egal wie sehr du es versuchst – wir alle haben eine begrenzte Lebenszeit und können eben einfach nicht alles mitnehmen. Und das muss man lernen zu akzeptieren. Du musst dich im Leben für die Dinge entscheiden, die du wirklich machen willst. Und natürlich wirst du dabei auch mal etwas verpassen. Aber wenn du es nicht zulässt, dann muss dich das nicht beeinflussen. Es ist deine Entscheidung, wie nah du solche Gedanken an dich heranlässt.

Schau mal, in deinem Leben geht es um dich. Es geht darum, dass du dich weiterentwickelst, dass du Erfahrungen sammelst und dass du die Dinge erlebst, die für dich richtig sind. Und das bedeutet nicht, dass man alles mitnehmen muss, was irgendwie möglich ist. Es bedeutet, dass man versucht, sich ein Leben aufzubauen, das einen selbst glücklich macht. Ein Leben, das erfüllt. Und dafür muss man sich mit Menschen umgeben, die einen unterstützen und fördern – egal auf welche Art du es brauchst.

Und um das zu erreichen, musst du nicht auf jede Vorlesung gehen oder bei jeder Party dabei sein. Es geht darum, die Dinge zu erleben, die für dich bestimmt sind. Und diese Dinge wirst du erleben. Irgendwann.

Wichtig ist nur zu verstehen, dass man nicht alles auf einmal erleben kann. Du bist auch nur ein Mensch, du brauchst Pausen, und du kannst nicht immer verplant sein. Du musst akzeptieren, dass du nicht alles mitbekommen kannst – und dass du trotzdem ein wunderschönes Leben führen kannst. Denn es geht nicht darum, möglichst viel zu erleben, sondern darum, sich ein Leben aufzubauen, das einen wirklich glücklich macht.

Du schaffst das, ich glaub an dich!