Hey du,
es gibt Menschen, die immer versuchen, alles zu analysieren, alles zu verstehen und alles, was passiert, in ein Schema einzuordnen. Und das leider oft überhaupt nicht bewusst. Und obwohl es wichtig ist, über sein Leben zu reflektieren, kann diese Eigenschaft auch zu einer extrem großen Belastung werden.
Aber erstmal von vorne. Woran merkt man überhaupt, dass man ein Mensch ist, der immer alles analysiert? Na ja, ich glaube, das erklärt sich letztendlich von selbst. Wenn du zum Beispiel in einer Situation steckst, die nicht einfach ist, wirst du wahrscheinlich den Sinn verstehen wollen, warum das alles passiert. Du versuchst, die Situation mit unendlich vielen anderen Momenten in deinem oder im Leben anderer zu vergleichen, nur um irgendwie planen zu können, was passiert.
Und ja, wir alle machen das mal, und das ist auch okay. Aber es wird ungesund, wenn man nicht damit klarkommt, dass man den Sinn eben nicht immer verstehen kann. Und wenn man nicht damit klarkommt, dass man eben nicht alles in ein Schema einordnen kann.
Guck mal, egal wie alt du bist und egal, wie viel du in deinem Leben schon durchgemacht hast – es wird immer Dinge, Situationen und Gefühle geben, die neu für dich sind. Und diese Dinge kann man im ersten Moment nicht verstehen. Sie sind verwirrend und eben einfach unbekannt. Es ist total wichtig für unsere Weiterentwicklung, dass es in unserem Leben immer wieder solche Momente gibt. Denn letztendlich kann man nur dazulernen, wenn man sich auf etwas Neues einlässt, stimmst?
Aber diese Dinge kann man oft nicht mit irgendeiner anderen Situation vergleichen. Denn das, was gerade passiert, wird genauso niemand anderem passieren – außer dir. Und auch wenn es oft Ähnlichkeiten zwischen unterschiedlichen Lebensphasen gibt, ist es trotzdem etwas Neues, das man nicht mit anderen Dingen gleichsetzen kann und vor allem nicht in irgendwelche Schemata einordnen kann.
Das Schöne ist aber, dass das auch niemand von uns muss. Du musst nicht immer verstehen, was passiert. Du musst nicht den Sinn dahinter erkennen, und du musst es auch nicht analysieren können. Das ist nicht deine Aufgabe. Irgendwann wirst du vielleicht den Sinn verstehen und irgendwann wirst du die Situation in irgendein Schema einordnen können – ja. Aber nicht gerade in diesem Moment. Nicht in dem Moment, in dem du mitten in der Situation steckst.
Es ist nicht unsere Aufgabe, das Leben komplett zu verstehen, sondern es zu leben. Und das kannst du nicht, wenn du ständig versuchst, dich selbst und das, was dir passiert, zu analysieren. Egal wie sehr du es versuchst: Bevor du den Gesamtkontext kennst, wirst du den Sinn niemals verstehen können – und das musst du auch nicht. Es reicht vollkommen aus, wenn du einfach lebst, erlebst und wahrnimmst.
Ich möchte damit nicht sagen, dass wir alle aufhören sollten, zu reflektieren, über unser Leben nachzudenken oder zu sprechen – nein, das ist total wichtig und auch gut. Aber wir können manche Dinge eben einfach nicht verstehen, und das müssen wir akzeptieren. Schau mal, du kannst auch mit einer Situation umgehen, wenn du sie nicht verstehst. Du kannst sie erleben, selbst wenn du den tieferen Sinn noch nicht erfasst hast. Aber das wird kommen – nur eben noch nicht jetzt.
Denn am Ende des Tages sind wir alle Menschen, die weder in die Zukunft schauen noch die Zeit zurückdrehen können. Aber was wir alle können, ist zu leben. Und mehr müssen wir manchmal auch nicht. Manchmal reicht es, einfach zu existieren, zu genießen und wahrzunehmen. Das Verständnis, warum das passiert, was passiert, wird kommen – aber eben erst später. Und das müssen wir lernen zu akzeptieren.
Du wirst nicht von heute auf morgen damit aufhören, dein Leben zu analysieren. Aber wenn du dir bewusst machst, dass dir das rein gar nichts bringt, sondern dich nur davon abhält, den Moment tatsächlich zu erleben, dann wirst du automatisch mehr leben und weniger denken. Und manchmal ist genau das, was wir brauchen, um einfach mal abzuschalten und Mensch zu sein.
Du schaffst das, ich glaub an dich!