hard2hear

Hey du,

ich glaube, in jedem Menschen steckt irgendwo ein kleiner Perfektionist. Wir alle haben Bereiche, in denen wir extrem hohe Erwartungen an uns selbst haben. Und diese Erwartungen drehen sich oft um Selbstverbesserung.

Vielleicht fragst du dich jetzt, was das mit dem Titel zu tun hat. Gewohnheiten sind häufig die Grundlage dafür, wie wir uns verbessern. Und gerade bei Gewohnheiten neigen wir dazu, besonders perfektionistisch zu sein. Viel zu oft denken wir nämlich, dass wir eine Gewohnheit entweder ganz oder gar nicht ausführen müssen.

Wir alle haben bestimmte Ziele und kennen meistens auch den Weg dorthin. Wenn dein Ziel ist, sportlicher zu werden, solltest du mehr Sport treiben. Wenn du mehr Geld verdienen willst, musst du mehr in deinen Job investieren. Wenn du dich gesünder ernähren möchtest, solltest du nährstoffreicher essen. Das Prinzip ist eigentlich einfach: Hat man ein Ziel, muss man Zeit investieren und es zu einer Priorität machen.

In der Realität funktioniert das jedoch oft nicht so, wie wir es uns vorstellen. Wenn wir uns vornehmen, früh aufzustehen, um etwas zu erledigen, sind wir schnell frustriert, wenn wir eine Stunde später aufwachen. Wenn wir uns vornehmen, beim Kaffeetrinken nichts Ungesundes zu essen, uns dann aber doch für ein Stück Kuchen entscheiden, werfen wir oft gleich die ganze Regel über Bord. Wenn wir uns vornehmen, joggen zu gehen, es aber an diesem Tag nicht schaffen, lassen wir es oft direkt die ganze Woche bleiben.

Und genau hier liegt das Problem. Wir denken viel zu oft nach dem Prinzip „ganz oder gar nicht“. Wenn etwas nicht nach Plan läuft, kann man es ja gleich lassen. Doch genau das ist der Grund, warum so viele Menschen daran scheitern, ihre Ziele zu erreichen: Sie haben den Anspruch, dass alles perfekt laufen muss.

Dabei muss es nicht 6:00 Uhr sein – es kann auch 10:04 Uhr sein. Es muss nicht komplett ohne Kuchen gehen – es kann auch ein Stück sein. Es müssen nicht drei Sporteinheiten pro Woche sein – es kann auch eine sein. Es müssen nicht jeden Tag zehn Seiten sein – eine Seite reicht auch.

Es geht nicht darum, eine Gewohnheit immer vollständig und perfekt umzusetzen. Es geht nicht darum, dass alles exakt nach Plan läuft. Und es geht nicht darum, sofort riesige Fortschritte zu machen. Es geht darum, überhaupt etwas für die eigenen Ziele zu tun. Denn selbst etwas ganz Kleines ist immer noch ein Schritt in die richtige Richtung.

Denn 10:04 Uhr ist besser als 13:00 Uhr. Ein Stück Kuchen ist besser als drei. Einmal pro Woche Sport ist besser als einmal im Monat. Eine Seite pro Tag ist besser als gar keine.

Viel zu oft erwarten wir von uns selbst, dass alles sofort perfekt funktioniert und dass wir direkt von 0 auf 100 gehen. Doch es heißt nicht umsonst Gewohnheit: An Gewohnheiten muss man sich langsam gewöhnen. Man baut sie Schritt für Schritt auf. Man gibt sich Zeit. Und irgendwann kommt man an dem Punkt an, an dem man sein möchte. Nicht durch riesige Schritte auf einmal, sondern durch viele kleine.

Wenn du also das nächste Mal um 10:04 Uhr aufwachst statt um 6:30 Uhr, dann erinnere dich daran, dass du trotzdem noch den ganzen Tag vor dir hast. Wirf deine Pläne nicht sofort über Bord. Denk daran, dass es nicht um Perfektion geht, sondern darum, auch aus kleinen Rückschlägen noch etwas zu machen und sie zu akzeptieren.

Du schaffst das, ich glaube an dich.

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