hard2hear

Hey du,

die Angst davor, sich zurückzuentwickeln, ist denke ich absolut menschlich – und gleichzeitig total unbegründet.

Im Leben gibt es ganz unterschiedliche Phasen: glückliche Phasen, überfordernde Phasen, traurige Phasen, intensive Phasen, lehrreiche Phasen und noch so viel mehr. Und wenn ich dir eins sagen kann, dann, dass du durch jede Phase dazulernst und dich weiterentwickelst – egal, was diese Phase ausmacht und wie sie sich für dich anfühlt.

Aber warum haben wir dann alle überhaupt so viel Angst davor, uns zurückzuentwickeln, auch wenn das eigentlich gar nicht möglich ist?

Auch wenn eine Rückentwicklung objektiv nicht existiert, kann es sich manchmal so anfühlen, als würden wir Rückschritte machen. Als wären wir nicht mehr so gut, wie wir einmal waren. Und ja, das kann passieren. Es gibt Phasen, in denen es uns mental, physisch oder emotional nicht so gut geht. Phasen, in denen wir nicht so viel leisten können, wie wir es früher konnten. Objektiv betrachtet mögen wir in diesen Phasen schlechter sein als zuvor.

Die Gründe dafür können vielfältig sein: Krankheit, bestimmte Ereignisse oder andere Umstände. Fakt ist: Diese Dinge können unsere Leistung kurzfristig beeinträchtigen. Aber langfristig entwickeln wir uns weiter – Rückschritte im Gesamtbild gibt es nicht. Man muss nur manchmal Kompromisse machen.

Natürlich verlieren wir mit dem Älterwerden an geistiger und physischer Leistungsfähigkeit. Aber das ist ein natürlicher Prozess, den man nicht vermeiden kann. Das zähle ich nicht als Rückentwicklung, sondern als natürliche Entwicklung.

Gleichzeitig gewinnen wir mit der Zeit immer an Lebenserfahrung und Wissen. Wir lernen uns selbst besser kennen, reflektieren unsere Handlungen und Entscheidungen, erkennen, was wir im Leben erreichen wollen und wer wir sein möchten. Wir kommen dieser Person Schritt für Schritt näher – aber der Prozess verläuft nicht linear.

Wie bereits angesprochen: Es gibt Phasen, in denen man schwächer ist, und Phasen, in denen man stärker ist. Aber man kann nicht stärker werden, ohne vorher schwach gewesen zu sein. Man kann nicht mehr lernen, ohne vorher weniger zu wissen. Man kann nicht mehr verdienen, ohne vorher weniger verdient zu haben.

Das Leben ist ein Zyklus aus Hochs und Tiefs. Und genau diese Tiefphasen braucht man, um sich weiterzuentwickeln. Auch wenn es sich in diesen Momenten so anfühlt, als mache man Rückschritte, sind diese Phasen die Grundlage für Wachstum. Das Schöne daran ist: Auch wenn der Prozess nicht linear verläuft und man sich nicht stetig verbessert, wird man am Ende immer dazugelernt und an den Erfahrungen gewachsen sein.

Wenn du also gerade das Gefühl hast, Rückschritte zu machen, erinnere dich daran: Genau diese Phasen sind Voraussetzung für Veränderung und Entwicklung. Du kannst nicht immer in Topform sein – und das ist gut so, denn nur so kannst du dich weiterentwickeln.

Rückentwicklung gibt es so gesehen nicht. Egal, was passiert, du wirst immer dazulernen und mit neuen Situationen konfrontiert werden. Entwicklung passiert durch die Auseinandersetzung mit dem Unbekannten. Glaub mir: Du bist nicht hinterher, du bist genau da, wo du sein sollst – auch wenn du gerade nicht dort bist, wo du gerne sein würdest.

Du schaffst das, ich glaube an dich.

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