hard2hear

Hey du,

dass man immer alle Menschen glücklich machen will, ist grundsätzlich etwas Gutes. Das kann jedoch schnell dazu führen, dass man die eigenen Bedürfnisse hintenanstellt und Dinge hinnimmt, die einen eigentlich verletzen.

Oft merkt man das im ersten Moment gar nicht, aber irgendwann wird es sich bemerkbar machen. Denn es sind Gefühle, die man unterdrückt, nur um Streit zu vermeiden oder jemand anderen glücklich zu machen.

Was ich zuerst klarstellen möchte, ist, dass Gefühle keine Kritik sein müssen. Das kommt immer darauf an, wie man sie kommuniziert. Wenn du dich verletzt fühlst, ist das legitim. Und du hast jedes Recht, das anzusprechen – egal bei wem: bei Geschwistern, Eltern, Arbeitskollegen oder Partnern.

Schau mal: Wenn du deine Gefühle und Bedürfnisse kommunizierst, bedeutet das nicht, dass du eine andere Person unglücklich machst. Es bedeutet vielmehr, dass ihr gemeinsam an eurer Beziehung arbeitet und sie verbessert. Und wenn dich jemand wirklich wertschätzt, wird diese Person auch bereit sein, etwas zu ändern.

Egal, was vorgefallen ist: Wenn du dich dadurch verletzt fühlst, ist das nicht deine Schuld. Ich weiß, dass viele Menschen versuchen, so etwas mit sich selbst auszumachen, aber manchmal funktioniert das einfach nicht. Denn wenn du verletzt bist, gehört meist noch eine andere Person dazu. Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass die andere Person schuld ist – aber darum geht es auch nicht.

Bei offener und guter Kommunikation, egal in welcher Beziehung, geht es darum, die Probleme anzusprechen, die da sind. Wenn deine Bedürfnisse nicht erfüllt sind oder du verletzt bist, dann ist das ein Problem. Ein Problem, an dem man gemeinsam arbeiten kann, ohne jemandem die Schuld zuzuweisen. Es geht darum, Kompromisse zu finden und gemeinsam zu wachsen.

Dabei sind deine Bedürfnisse genauso wichtig und legitim wie die der anderen Person. Es ist nicht deine Aufgabe, jemanden glücklich zu machen. Du musst nicht dafür sorgen, dass jemand immer zufrieden ist, und du musst auch nicht ständig auf andere aufpassen. Ihr seid beide eigenständige Menschen, die für sich selbst verantwortlich sind.

Das bedeutet nicht, dass du die Bedürfnisse anderer völlig außer Acht lassen sollst. Es bedeutet lediglich, dass du genauso viel Wert auf deine eigenen Bedürfnisse legen solltest wie auf die der anderen. Egal, wie deine Bedürfnisse und Gefühle aussehen – sie sind legitim. Und es sollte das Fundament jeder Beziehung sein, die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen und ernst zu nehmen.

Dass du von heute auf morgen aufhörst, alle Menschen um dich herum glücklich machen zu wollen, ist unrealistisch. Aber wenn du dich jeden Tag daran erinnerst, dass es nicht deine Verantwortung ist, andere glücklich zu machen, und dass deine Bedürfnisse genauso wichtig sind wie die der anderen, dann wird die Veränderung mit der Zeit kommen.

Du schaffst das, ich glaube an dich.

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