Hey du,
ich glaube, die Gewohnheit, die mit am schwersten zu ändern ist, ist die Essgewohnheit. Essen ist etwas so Alltägliches, etwas so Normales. Es ist nichts Neues, was man in den Alltag integrieren muss. Es sind Gewohnheiten, die sich über Jahre aufgebaut haben. Mechanismen, die unterbewusst funktionieren. Und vor allem ist Essen ein Bedürfnis, das mit dem Hungergefühl verknüpft ist.
Aber unsere Essgewohnheiten zu ändern, haben wir uns alle schon einmal vorgenommen. Egal, ob es darum geht, Gewicht zu verlieren, Muskeln aufzubauen, eine Krankheit zu bekämpfen oder einfach weniger Süßigkeiten zu essen – jeder wollte, glaube ich, schon einmal etwas daran ändern, was oder wie viel man isst.
Oft funktioniert diese Veränderung aber, wenn überhaupt, nur über einen kurzen Zeitraum. Denn es können schnell Dinge dazwischenkommen. Der Kuchen, den deine Arbeitskollegin auf den Tisch gestellt hat. Dieses eine Gericht, das dich auf der Speisekarte anlacht. Dein Appetit, obwohl du eigentlich schon satt bist. Wenn es ums Essen geht, fällt es uns oft schwer, uns selbst zu kontrollieren. Denn eine echte Ernährungsumstellung erfordert konstante Disziplin und Selbstregulation.
Und das konstant zu schaffen, ist eben unglaublich schwer. Aber ist es dann überhaupt möglich, Ernährungsgewohnheiten zu ändern, oder ist das nur etwas, das disziplinierte Menschen schaffen können?
Jeder, der wirklich will, kann seine Ernährung umstellen. Jeder, der ein klares Ziel vor Augen hat, kann dieses Ziel auch erreichen. Jeder, der wirklich bereit ist, etwas für dieses Ziel zu tun. Man muss dafür keine besonderen Eigenschaften haben. Man muss nicht extrem diszipliniert sein. Man muss es einfach nur wollen. Das heißt nicht, dass es einfach ist, aber es ist für jeden möglich.
Aber oft haben wir zu schnell zu viele Erwartungen an uns selbst. Anstatt uns vorzunehmen, erst einmal weniger zu essen, verbieten wir uns direkt Zucker und jegliche andere ungesunde Lebensmittel. Wir haben viel zu hohe Ansprüche, die man nicht von einem Tag auf den anderen erfüllen kann. Wir nehmen uns in zwei Wochen das vor, was andere in einem Jahr erreichen, und sind dann enttäuscht, wenn nichts so klappt, wie wir uns das vorstellen.
Aber Veränderung passiert nun mal nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der nie wirklich aufhört. Ein Prozess, der mit kleinen Schritten beginnt. Statt sich die ganze Zeit auf das ultimative Ziel zu fokussieren, sollte man sich auf den nächsten Schritt konzentrieren. Man sollte also nicht direkt seine gesamte Ernährung umstellen, nur um möglichst schnell zum Ziel zu kommen. Sondern man sollte langsam anfangen. Man sollte sich Dinge vornehmen, die man auch tatsächlich schaffen kann.
Dinge, die man schaffen kann, selbst wenn man gerade nicht in seiner Bestform ist. Regeln, die man einhalten kann, auch wenn Dinge dazwischenkommen. Kleine, alltägliche Ziele, die nicht zwei Stunden einnehmen, sondern eher zwanzig Minuten. Man sollte sich einfach realistische Ziele setzen.
Damit meine ich zum Beispiel, dass man sich nicht vornehmen sollte, gar nichts Ungesundes mehr zu essen, sondern vielmehr darauf zu achten, erst einmal weniger Ungesundes zu essen. Du kannst zum Beispiel damit anfangen, nur eine halbe statt eine ganze Chipstüte zu essen. Oder statt Desserts nach jeder Mahlzeit eben nur noch eines pro Tag oder alle zwei Tage.
Man muss klein anfangen, damit der Körper und der Kopf sich an die Veränderung gewöhnen können. Es geht nicht darum, alles auf einmal zu schaffen, sondern darum, jeden Tag kleine Schritte zu gehen. Und du wirst sehen, dass aus einer halben Chipstüte irgendwann gar keine Chipstüte mehr wird. Oder dass aus täglichen Desserts wöchentliche Desserts werden können. Man muss sich aber die Zeit geben, sich daran zu gewöhnen.
Man muss sich bewusst sein, dass es auch Tage geben wird, an denen du deine eigenen Regeln brichst. Tage, an denen du nur Dinge isst, die du eigentlich nicht essen wolltest. Und es ist auch völlig normal, dass das mal passiert. Es gibt nur zwei Dinge, die dabei enorm wichtig sind. Zum einen solltest du dich dafür nicht herunter machen. Denn es ist eh schon passiert und du kannst es nicht mehr ändern. Es geht vielmehr darum, dass du dich jetzt darauf konzentrierst, einfach normal weiterzumachen. Ein Tag kann nicht das Gesamtbild verändern. Und das andere, was enorm wichtig ist: Diese Tage, die als Ausnahme starten, dürfen nicht zur Routine werden.
Deshalb musst du dir Essgewohnheiten aufbauen, die für dich funktionieren und dich zu deinem Ziel bringen. Essgewohnheiten, die sich langsam steigern und die effizient und realistisch sind.
Natürlich wirst du trotzdem nicht sofort Ergebnisse sehen. Das ist einer der Gründe, warum so viele Menschen so schnell aufgeben: weil sie keine Ergebnisse sehen. Aber wie gesagt, Veränderung braucht Zeit. Manchmal dauert es Wochen, Monate und manchmal auch Jahre, bis sich wirklich etwas verändert. Es ist wichtig, dass man trotzdem weitermacht. Denn nur dann werden die Ergebnisse auch wirklich kommen. Man muss dem Prozess vertrauen und man muss auch lernen, den Prozess zu genießen.
Deswegen sage ich, dass man seine Essgewohnheiten zwar ändern soll, aber auf eine Art und Weise, die für einen selbst funktioniert. Man muss sie so ändern, dass Essen trotzdem noch Spaß macht und dass man die Gewohnheiten über einen langen Zeitraum halten kann. Denn genau das ist der Schlüssel zur Veränderung.
Und diese Veränderung sollte man nicht nur für die Ergebnisse tun, sondern für den eigenen Körper. Denn am Ende des Tages ist gesunde Ernährung eine Form der Selbstliebe. Es ist eine Art, sich um den eigenen Körper zu kümmern, und es ist ein Privileg, seinen Körper mit Dingen zu versorgen, die gut für ihn sind.
Ernährungsumstellungen sind nie einfach. Aber sie sind möglich. Man muss nur klein anfangen und man darf nicht aufgeben.
Du schaffst das, ich glaube an dich!