hard2hear

Hey du,

wir haben manchmal das Gefühl, dass wir irgendwie zu wenig machen. Dass wir zu wenig arbeiten, zu wenig Sport machen, dass wir uns zu wenig weiterbilden, zu wenig auf unsere Ernährung achten, zu wenig mit unserer Familie unternehmen und so weiter. Und ja, manchmal gibt es Phasen im Leben, in denen man andere Prioritäten setzt und in denen man manche Dinge vernachlässigt.

Aber soll ich dir mal was sagen? Das ist vollkommen normal. Man kann nicht immer allem gerecht werden. Und das solltest du auch nicht von dir erwarten, denn das kannst du gar nicht. Zum einen bist du ein Mensch, und zum anderen hast auch du nur 24 Stunden am Tag. Und als Mensch braucht man Pausen und kann eben nicht diese 24 Stunden durcharbeiten.

Wenn du daran zweifelst, dass du genug machst, dann vermute ich mal, dass du eine Person bist, die sehr hohe Erwartungen an sich selbst hat. Und das bin ich auch. Deswegen kenne ich es nur zu gut, wenn man sich stresst, nur weil man das Gefühl hat, eine Aufgabe zu vernachlässigen – auch wenn man den ganzen Tag beschäftigt und produktiv war. Man möchte sein volles Potenzial ausschöpfen und man hat irgendwie das Gefühl, dass man immer mehr machen könnte, als man schon tut.

Und wenn ich eins gelernt habe, dann, dass ein bisschen manchmal auch genug ist. Wenn du viele Ziele hast, kannst du dich eben nicht auf alle gleichzeitig konzentrieren. Manchmal werden manche völlig vernachlässigt, manchmal findet man einfach nicht genug Zeit, um lange an einem Ziel weiterzuarbeiten. Und das ist auch okay.

Denn meiner Meinung nach geht es nicht darum, jeden Tag an seine Leistungsgrenze zu kommen und abends völlig erschöpft und viel zu spät ins Bett zu fallen. Es geht darum, sein Bestes zu geben, ohne dabei die eigenen Bedürfnisse zu vergessen.

Kleine Schritte sind nämlich genauso Fortschritte wie große Schritte. Und natürlich bringen große Schritte dich schneller voran. Aber die kleinen Schritte sind genauso wichtig, manchmal sogar noch wichtiger. Du kannst nicht immer alles auf einmal machen – das geht einfach nicht. Und deshalb musst du akzeptieren, dass du manche Dinge in deinem Leben immer wieder vernachlässigen musst. Weil es eben nicht anders geht.

Aber wenn du aufhörst, deinen Fokus darauf zu legen, immer so viel wie möglich zu schaffen, und dich stattdessen darauf konzentrierst, jeden Tag kleine Schritte zu machen, dann wird der Fortschritt ganz von allein kommen.

Viele Leute denken, dass ein Alltag ohne Stress unrealistisch ist. Aber das ist er nicht. Mit der richtigen Einstellung kann ich dir versprechen, dass dein Alltag sehr viel entspannter werden kann. Und bei dieser Einstellung geht es nicht darum, immer alles zu erledigen – und schon gar nicht darum, immer alles perfekt zu erledigen. Es geht darum, jeden Tag sein Bestes zu geben, ohne dabei die eigenen Bedürfnisse zu vergessen.

Und wenn dein Bestes an einem Tag 40 % sind, dann sind es 40 %. Wenn dein Bestes 10 % sind, dann gibst du 10 %. Und wenn dein Bestes 100 % sind, dann gibst du eben 100 %. Du hast nicht jeden Tag die gleichen Kapazitäten, und du kannst nicht jeden Tag das Gleiche schaffen. Aber du kannst jeden Tag versuchen, etwas zu schaffen, egal wie klein es ist. Und auch wenn du denkst, es sei zu wenig, kann ich dir versprechen, dass es das nicht ist. Denn „zu wenig“ gibt es nicht. Wenn du wenig gemacht hast, bedeutet das nämlich immer noch, dass du etwas gemacht hast – und das ist das, was wirklich zählt.

Diese Einstellung wirst du nicht von einem auf den anderen Tag bekommen. Aber du kannst versuchen, die kleinen Erfolge immer mehr zu feiern. Du kannst versuchen, dir etwas weniger Druck zu machen. Du kannst versuchen, stolz auf dich zu sein, selbst wenn du nur eine kleine Aufgabe erledigt hast. Denn manchmal ist das an einem Tag dein Bestes.

Du schaffst das, ich glaube an dich.